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Das Bundesratsgebäude - Kunst und Architektur
Lichtkunst am Bundesratsgebäude zur 100-Jahr-Feier
Das Bundesratsgebäude in der Leipziger Straße in Berlin kann auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken: 1904 wurde es unter der Leitung des Architekten Friedrich Schulze-Kolbitz für die Nutzung durch das Preußische Herrenhaus fertig gestellt. Die dreiflügelige Anlage wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. In der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung wurde das Gebäude von verschiedenen DDR-Institutionen genutzt. 1997 begannen unter der Leitung des Architekturbüros Schweger & Partner die Umbauarbeiten für den Einzug des Bundesrates, der seit August 2000 hier tagt. Heute präsentiert sich das Gebäude als moderner Parlamentssitz und architektonische Sehenswürdigkeit.
Außenanlagen und Fassaden
Relief im Tympanon von Otto Lessing
Betritt man das Gelände des Bundesrates von der Leipziger Straße her, so fällt einem sogleich der imposante Mittelbau ins Auge. Das Hauptportal beeindruckt mit seinen monumentalen, für den Neoklassizismus typischen Proportionen. Auf sechs riesigen Säulen thront ein kolossales Tympanon. Die Figuren im Giebeldreieck wurden von Otto Lessing geschaffen, einem Nachfahren des Dichters Gotthold Ephraim Lessing. In der Mitte des Reliefs befindet sich die Borussia, welche die oberste preußische Staatsgewalt verkörpert. Die um sie herum angeordneten Figuren versinnbildlichen die verschiedenen Zweige der Staatsverwaltung des einstigen Preußens.
Der Ehrenhof: ein eindrucksvolles Ensemble
Der Leipziger Straße zugewandt liegt der Ehrenhof mit seinen aufwendigen Gartenanlagen. Nach Plänen des Landschaftsarchitekten Prof. Gustav Lange wurde dieser im Zuge der Umbauarbeiten für den Einzug des Bundesrates neu angelegt. Großen Wert legte der Architekt dabei auf den Erhalt der ursprünglichen Gestaltung. Eingerahmt von einem Muster aus Buchsbaumhecken begrüßen japanische Azaleen den Besucher; im Sommer übernehmen dies rosafarbene und blaue Hortensien. Frei stehende Magnolienbäume und Rosenpflanzen durchbrechen die geometrische Anordnung. Der Brunnen aus Sandstein vor dem Hauptportal stellt den Höhepunkt des Ensembles im Ehrenhof dar. Er wurde in Anlehnung an das historische Vorbild gestaltet.
Eibe im Gartenbereich: Erinnerung an eine historische Begebenheit
Vor den Sanierungsarbeiten war der Hof jahrzehntelang nicht gepflegt worden. Unter Unkraut und Schutt fand man jedoch die erhalten gebliebenen ursprünglichen Wege- und Pflanzenflächen. So konnte bei der Restaurierung die ursprüngliche Gestaltung der Wege wiederhergestellt werden. Sogar das schwarz-weiße Kleinpflastermosaik auf dem Fußweg entlang der Leipziger Straße wurde in akribischer Feinarbeit rekonstruiert.
Zwei Eibenbäume in der südlichen Gartenanlage sollen an eine besondere Geschichte erinnern: Als 1851 das Gebäude für die Bedürfnisse des Preußischen Herrenhauses umgebaut werden sollte, setzte sich Friedrich Wilhelm IV. höchst persönlich für den Erhalt der zwei alten Eibenbäume im Garten ein. Schon als Kronprinz war er in den Bäumen herumgeklettert. Dem Wunsch des preußischen Königs wurde entsprochen, obwohl dafür die Baupläne abgeändert werden mussten. Zwar sind die originalen Bäume nicht mehr erhalten, an ihrer Stelle erinnern jedoch die Neuanpflanzungen an diese Anekdote.

