Bundesrat | Henning Schacht

Anbau für den Bundesrat

Ersatz für wegfallende Büroflächen und mehr Platz für Bürgerinformation

Der Bundesrat hat seit dem 1. September 2000 seinen Sitz in der Leipziger Str. 3-4 in Berlin-Mitte - dem ehemaligen Preußischen Herrenhaus. Er erhält nun einen Erweiterungsbau mit Besucherzentrum, der die Lücke zwischen Leipziger Platz und Bundesratsgebäude schließt.

In einem zweistufigen offenen Realisierungswettbewerb konnte sich im September 2014 der Entwurf des Architekturbüros Max Dudler gegenüber seinen 85 Konkurrenten in der ersten und 25 Konkurrenten in der zweiten Wettbewerbsphase durchsetzen.

Der Entwurf lasse, so das Preisgericht, eine eigene Adresse entstehen, ohne das Haupthaus zu dominieren. Gleichzeitig überzeuge er durch seine der Bedeutung und Funktion des Besucherzentrums angemessene Offenheit in den Stadtraum durch die besonders offene Fassaden- und Eingangsgestaltung mit Arkade.

"Insbesondere in Bezug auf seine Haltung, seinen Gestus, die städtebauliche Verknüpfung und Architektursprache stellt die Arbeit einen sehr kraftvollen und eigenständigen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar", führte das Preisgericht seine Entscheidung weiter aus.

Eintreten und mehr erfahren

Der geplante Neubau soll den räumlichen und funktionalen Anforderungen an ein einladendes Besucherzentrum und an moderne Verwaltungsflächen in nachhaltiger Weise gerecht werden. Dabei werden insbesondere die in den letzten Jahren stark angestiegenen Besucherzahlen in den Blick genommen. Zwischen 2001 und heute nahm die Anzahl der Gäste in der Länderkammer von ca. 20.000 auf mittlerweile mehr als 70.000 jährlich zu.

Für alle Bürgerinnen und Bürger entsteht im Foyer des neuen Besucherzentrums ein attraktiver Empfangsbereich, der Besucher auch spontan einlädt, einzutreten und mehr über den Bundesrat zu erfahren. Das Foyer bietet darüber hinaus Raum für Veranstaltungen und temporäre Ausstellungen. Für die besondere Attraktion der Besucherführung, bei der Jugendliche in Rollenspielen die Arbeit des Gesetzgebungsorgans realitätsnah nachempfinden können, sind in dem Neubau außerdem zwei Rollenspielsäle vorgesehen.

Moderne Büroflächen für gute Arbeitsbedingungen

Der Bundesrat benötigt den Anbau, weil derzeit viele Funktions- und Büroräume des Sekretariats im östlich benachbarten Detlev-Rohwedder-Haus – dem Dienstsitz des Bundesfinanzministeriums – untergebracht sind. Diese Flächen möchte das Ministerium künftig selbst nutzen.

Mit den im Anbau entstehenden Büros werden die bisher im Gebäude des Finanzministeriums genutzten Flächen 1:1 wieder hergestellt. Teile der Verwaltung sowie die Servicebereiche Informationstechnik, Bibliothek und Parlamentsarchiv finden sich dann im Neubau wieder. Die modernen Büros bieten räumlich, atmosphärisch und klimatisch gute Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten.

Baubeginn voraussichtlich 2018

Eigentümerin des Baugrundstücks und Bauherrin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die BImA hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit den Planungen bis zur Baugenehmigung beauftragt. Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanungsphase.

Als Baubeginn ist Ende 2018 vorgesehen.

Auf dieser Themenseite finden Sie fortlaufend Informationen zum aktuellen Sachstand und zum weiteren Verfahren.

Stand: 23.03.2016

Datenblatt zum Wettbewerb:

Informationen vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung:

Glossary